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“Wohnen im Wohnpark Buchenhöhe
Horrem”, so wurde geworben. Im April und Mai 1974 bezogen die
ersten Eigentümer über eine “Schlammstraße” und unter Baulärm ihre
Wohnungen. Weitere Einzüge folgten in den Monaten Juli bis
September. Im Herbst wurde dann die erste Eigentümerversammlung
abgehalten. Nach mehreren Baustopps konnten dann endlich 1975 die
ersten Wohnungen im Haus 1 bezogen werden.
Neben den vielen Versammlungen
(oder erst durch sie ?) bildeten sich sehr bald
Freundschaftsgruppen, weil viele der Neubürger aus der weiteren
Umgebung nach Horrem gezogen waren. Die erste gemeinsame
Veranstaltung für und mit den Bewohnern der drei Häuser konnte
dann nach vorausgehenden Bastelarbeiten am 13. und 14. November
1976 stattfinden. Die Veranstaltung wurde durchgeführt zugunsten
der Aktion Sorgenkind. Leider konnte ich nicht mehr alle Akteure
herausfinden. Sicher ist aber, daß die Familien Puig und Kuhn
dabei waren, als im Eingangsbereich des Hauses 1 so manches
angeboten wurde: Kulinarische Spezialitäten, Spiele und
Bastelarbeiten. Für die Aktion Sorgenkind wurden Kleider und
Spenden entgegengenommen.
Aber auch zu sportlicher
Freizeitbeschäftigung traf man sich. Im Keller von Haus 3 wurde
Tischtennis gespielt. Die Bewohner des Hauses 3 voran, und andere
Interessierte aus den beiden anderen Häusern kamen dazu. Die
Kosten für die Tischtennisplatten wurden auf alle aufgeteilt. Es
wurde auch Fußball gespielt, man traf sich auf dem Bolzplatz in
Neubottenbroich.
So konnten wir im Dezember 1976
schon von 30 Mitgliedern einer Sportgemeinschaft sprechen. Im Jahr
1977 wurde dann eine Gymnastikstunde mit Lilli Schirmer in der
Mehrzweckhalle Neubottenbroich eingerichtet. Fußball wurde gegen
andere Thekenmannschaften gespielt. Es wurde auch ein Beschluß
gefaßt über die Beitragszahlung von 20 DM pro Jahr. Ein Kinderfest
fand statt unter der Regie von Geritt Ullrich (aus Haus 2) und
weiteren Personen, die mir leider nicht mehr bekannt sind. Auf dem
Programm stand Dosenwerfen und Nägel ins Holz schlagen. Die SPD
grillte Würstchen und die CDU verteilte Kleinspiele für Kinder. An
der Biertheke entstand so auch der Ausspruch: Wir wollen etwas für
unsere Kinder tun. Aufgrund der Sportaktivitäten ist über Hans
Behr eine gemeinschaftliche Sporthaftpflichtversicherung
abgeschlossen worden.
Folgende Namen möchte ich als
Gründungsmitglieder der Sportgemeinschaft Buchenhöhe nennen:
Soldan, Winkler, Braun, Herrmann, Rotter, Lorenz, Philipp,
Schirmer, Vetter, Kuhn, Behr, Roese, Dormann, Fiene, Koch,
Perlmann, Broich, Niebes, Friedrich, Stajenda, Ullrich, Pistoll,
Aigner und Göbbels. Es könnten noch mehr aufgezählt werden, die
dabei waren und mitgemacht haben.
1978 wuchsen die Aktivitäten,
unter anderem mit einem Tischtenniswettbewerb. Fast alle Bewohner
aus Haus 3 und viele aus den anderen zwei Häusern waren dabei. Im
Frühjahr wurde dann das erste Freizeit-Tischtennis-Turnier
ausgerichtet. Fußball wurde gleich nach den ersten Sonnenstrahlen
hausweise gegeneinander gespielt. Jedes Haus stellte aus seinen
Eigentümern und Mietern eine Mannschaft auf. Die Spieler trugen
T-Shirts mit der Aufschrift “Haus 1”, “Haus 2” und “Haus 3”.
So wuchsen die Aktivitäten des
Vereins. Für den Sommer 1978 wurde ein Kinderfest mit einem
sportlichen Rahmen beschlossen. Die Bewertung sollte entsprechend
den Bundesjugendspielen vorgenommen werden. Bei den Erwachsenen
wurde ein Endspiel aus dem vorangegangenen Tischtennisturnier
geplant. Und so luden wir unsere Nachbarn zum ersten Sport– und
Herbstfest ein. Veranstaltet wurde dies am Samstag, dem 30.
September, und Sonntag, dem 1. Oktober, im Jahr 1978. Einige
Frauen aus der Buchenhöhe gingen durch die Anlage und erkundigten
sich bei allen Bewohnern, ob ihre Kinder mitmachen würden. So
kamen auf einer Liste an die hundert Teilnehmer zusammen. Herr
Puig aus Haus 2 entwarf unser noch heute gültiges
Vereinsabzeichen, das 1978 die Urkunden und das Programmheft
erstmalig zierte. Alle Kinder und Jugendlichen aus den drei
Häusern der Buchenhöhe machten mit. Bei der Siegerehrung flossen
sogar Tränen vor Freude.
Auch 1979 wurde mit Sport und
Spiel weitergemacht und ein Sport- und Sommerfest vorbereitet. Zu
diesem Fest stand der erste Buchenhöhenlauf auf dem Programm.
Ferner ein Fußballspiel gegen die Dorfjugend Neubottenbroich. Das
Spiel wurde von den Spielern der Buchenhöhe gewonnen. Ein
Fahrrad-Parcour am Sonntagnachmittag machte Jung und Alt einen
Riesenspaß. Die Ausarbeitung war von den Mitgliedern Stajenda und
Lorenz gemacht worden.
Ab September wurde eine
Hallenstunde für Kinderturnen eingerichtet. In der
Jahreshauptversammlung vom 16. Oktober 1979 wurde ein Vorstand
gewählt. Gewählt wurden Karlheinz Friedrich, Georg Aigner, Uschi
Roese und Rolf Soldan. Das Mitglied Dürer erhielt den Auftrag,
eine Satzung auszuarbeiten und den Verein in das Vereinsregister
eintragen zu lassen. Auf der Versammlung wurden auch weitere
Aktivitäten beschlossen: Eine Nikolausfeier sollte veranstaltet
und am Karnevalszug in Neubottenbroich sollte teilgenommen werden.
Den Verein hatten wir gegründet,
um Kinder und Jugendliche aus der Wohnanlage Buchenhöhe, die aus
verschiedenen Ortsteilen und sozialen Schichten kamen und aus
ihrem vertrauten Freundeskreis herausgerissen wurden,
zusammenzuführen und ihnen eine Freizeitmöglichkeit zu bieten. Die
Integration mit den ortsansässigen Kindern und Jugendlichen wurde
damit erreicht.
Die Vorbereitungen für die
Gründung des Vereins als “eingetragener Verein” gingen zügig
voran. In der Jahreshauptversammlung vom 26. Februar 1980 wurde
die ausgearbeitete Satzung präsentiert und angenommen. Dies war
die Gründungsversammlung für den SC Buchenhöhe als “e.V.”. Damit
wurde die unterdessen dreijährige Sportgemeinschaft Buchenhöhe zum
“SC Buchenhöhe e.V.” Horrem umgewandelt. Jetzt bestand auch für
die Kinder aus Neubottenbroich und Horrem die Möglichkeit,
Mitglied beim SC Buchenhöhe zu werden und an den Sportstunden des
Vereins teilzunehmen. Der Verein hatte in dieser Zeit einen regen
Zulauf.
1980 wuchs unser Verein nach der
Öffnung für alle Bürger auf 130 Mitglieder, davon waren 60 Kinder
und Jugendliche. In der Werbung für den Verein wurde schon auf den
Familien- und Freizeitsport hingewiesen.
Zur Jahreshauptversammlung am
13. Februar 1981 konnte ein erfolgreicher Bericht mit einem
Jahreskassenbericht, trotz der niedrigen Beiträge, mit einem
geringen Überschuß vorgelegt werden. Die Planungen für 1981 wurden
in dieser Versammlung terminlich festgelegt. Schon 1981 konnte die
damalige Stadtverwaltung mit dem Amtsleiter Dieter Follmann
feststellen, wieviel Energie in dem neu gegründeten Verein steckt.
Denn bei der geplanten “Sportwoche für Alle” im Juli konnte das
Titelblatt von unserem Mitglied Josef Puig entworfen und gestaltet
werden. Bei dieser Sportwoche war unser “4. Sport- und Sommerfest”
ein Programmpunkt.
Die Aktivitäten rissen nicht ab.
Organisiert wurde eine Fahrradralley, eine Wanderung und am Ende
des Jahres eine Weihnachtsfeier, dafür einigte man sich schnell
auf das erste Adventswochenende. Trotz aller Veranstaltungen im
Jahr, wie Karnevalsball, Radwanderung, “Trimm-Trab-ins-Grüne” und
so weiter, blieb das Sport- und Sommerfest immer der Höhepunkt
unseres Sportjahres. Es gelang uns, alle Bewohner der Häuser 1 bis
3 zum mitmachen zu motivieren.
So auch beim “5. Sport- und
Sommerfest” im Jahr 1982. Dieses fünfte Fest war ein Besonderes,
jeder Teilnehmer bekam eine Medaille. Dieter Schellhas, vom
Schwimmverein Horrem-Sindorf (SVHS), war von dieser Idee so
begeistert, daß er mit einer großen Kinder- und Jugendgruppe
teilnahm. Übrigens war der SVHS schon seit 1980 Gastteilnehmer an
unseren Sportfesten. Das Graf-Berghe-von-Trips-Stadion wurde von
der Stadt Kerpen und dem Horremer Sportverein (HSV) für den
leichtathletischen Teil des Sportfestes zur Verfügung gestellt.
Die Laufbahn wurde renoviert und markiert, die Sprunganlagen
aufbereitet und unsere bereits angeschaffte Hochsprunganlage zur
Vorhaltung farbig markiert. Der vorgesehene Dreikampf war als
Vereinsmeisterschaft für jeden Verein ausgeschrieben worden. Nach
Beendigung des Wettkampfes wurden die Teilnehmer mit Medaillen und
Urkunden belohnt. Viele, viele Kinder machten mit. Aber auch die
Erwachsenen zeigten ihr Können.
Auf der Buchenhöhe ging es dann
mit dem Buchenhöhen-Lauf und dem “gemütlichen Beisammensein ohne
Ende” weiter. Am Sonntag wurden Kinderspiele, Radralley,
Pferdereiten, Luftballonweitflug angeboten. Die Freiwillige
Feuerwehr von Horrem zeigte eine Brandschau und einen
Rettungsversuch. Der Männerchor “Coro Friuli” unter der Leitung
von Alessandro Mosna (Vereinsmitglied und Eigentümer aus Haus 2).
Alle trugen zu einer interessanten Programmgestaltung bei. Sogar
einen Kindertrödelmarkt gab es am Sonntagvormittag.
Zum Glück konnte ich mich bei
unseren Veranstaltungen immer auf eine große Helferschar
verlassen. Es gab ausreichend Freiwillige, die Bereit waren den
Verein mit ihrer tatkräftigen Hilfe zu unterstützen. Es wuchsen
immer wieder neue Aufgaben, denn neue Ideen wurden in Aktivitäten
umgesetzt. Die Mitgliederzahl wuchs von 1984 mit 365 Mitgliedern
auf 420 Mitglieder im Jahr 1985.
Durch dir gut durchorganisierten
Sportangebote im Kinder- und Jugendsport kamen weiterhin Viele zu
den Sportstunden, sogar ganze Gruppen schlossen sich dem SC
Buchenhöhe an. So zum Beispiel eine Gymnastikgruppe mit fast
vierzig Frauen. Diese Gruppe existiert heute noch. (Abteilung:
Gesundheit, Gruppe: Damengymnastik) Übungsleiterin war und ist
seit dieser Zeit Doris Lux. 1986 trat eine Gehergruppe unter der
Leitung von Rolf Fischer und Rudolf Girards dem Verein bei. Diese
Disziplin der Leichtathletik entwickelte sich bald zu einem
Aushängeschild des SC Buchenhöhe, denn diese Gruppe brachte auch
die Ausrichtung der Westdeutschen Gehermeisterschaften mit, die
dann der Verein ausrichtete. Unsere Gehertage sind unterdessen
national und international angesehene Veranstaltungen im Bereich
des Gehsports
Zum zehnjährigen Bestehen des Vereins, 1987, wurden über 600
Mitglieder gezählt. Der Verein hatte unterdessen bereits ein breit
gefächertes Programm: Mutter/Vater-Kindturnen, Gesundheitssport,
Kinder- und Jugendsport, allgemeiner Sport bis zum Seniorensport.
Zum 10. Sport- und Sommerfest wurde dann das erste Jubiläum
gefeiert. Auf dem Festprogramm stand das 4. Buchenhöhen-Triathlon,
ein auf drei Tage verteilter Wettkampf. Weiterhin wurde, wie
immer, Leichtathletik angeboten. Somit konnte jeder Teilnehmer,
wenn er es denn wollte, an einem Wochenende die Prüfungen für das
Deutsche Sportabzeichen ablegen. Übrigens konnte der Verein am
Jahresende mit Hauptprüfer Benno Knobloch über 125 Deutsche
Sportabzeichen überreichen. Doch weiter mit dem 10. Sport- und
Sommerfest.
Wir boten unseren Gästen ein
“musikalisches Feuerwerk”. Es spielten “De Brelleschlange” und “De
Höhner” auf der Tiefgaragenplatte vor den Häusern 1-3. Auch sorgte
wieder Herr Mosna mit seinem Chor für ruhigere Musik.
Es folgten weitere Jahre mit
Sport- und Sommerfesten und anderen Spiel- und
Sportveranstaltungen. Diese Veranstaltungen sind bei den
Vorstellungen der einzelnen Sportgruppen aufgezeichnet. Die
Mitgliederzahlen stiegen weiter an. So konnten wir 1990 an den
Landessportbund 803 Mitglieder melden, obwohl es durch die
Teilnehmer an den Kleinkinder-Sportgruppen immer wieder an den
Jahresenden zu vielen Abmeldungen kam.
1991 wurde das erste Mal der
“Internationale Gehertag” auf den Horremer Straßen ausgerichtet.
Dazu kann ich berichten, daß eines Tages ein Telefongespräch aus
Irland mich erreichte. Der Geher Bobby O’Leary aus Irland hatte in
Tokio bei der Weltmeisterschaft von unserer Veranstaltung
erfahren, dort war er Sechster geworden, und bat nun um Zusendung
der Wettkampfunterlagen. Er kam dann auch zum Gehertag nach
Horrem.
1993 durfte der SC Buchenhöhe im
Auftrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes die Deutschen
Gehermeisterschaften in 50 km der Männer, 20 km der Junioren und
10 km der Frauen ausrichten.
In den Sommerferien der Jahre 1995 und 1996 konnte eine sehr
aktive Arbeitsgruppe unsere 14tägigen Ferienspiele durchführen.
Über 100 Kinder nahmen jedes Jahr daran teil.
Ende
Jetzt bin ich am Ende meiner
Erinnerungen angekommen. 20 Jahre habe ich, soweit ich mich
erinnern konnte, zusammengestellt. Alte Unterlagen,
Zeitungsartikel und Bilder halfen mir dabei. Einige davon habe ich
in die Chronik übernommen. Sie mögen die Atmosphäre der einzelnen
Veranstaltungen näherbringen.
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